Monika Neuhaus

Monika Neuhaus

* 20.01.1960
† 24.08.2020
Erstellt von NWZ Trauer
Angelegt am 27.08.2020
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Gedenkkerze

Frank Neugebauer

Entzündet am 19.10.2020 um 16:56 Uhr

Wie war das am Anfang mit Monika?

»Sitz doch gerade!«, sagte sie zum Prinzen.

Meine liebenswerte Ehefrau

Lebensbeschreibung in einigen Fortsetzungen (2)

 

1994 und in den ersten gemeinsamen Jahren, da war Monika strenger mit sich und anderen als später. Obwohl sie eine moderne Frau war, hallte in ihre noch eine alte Zeit nach, eine Zeit der Begrenzung, des Mangels, der Konkurrenz um Essen und Trinken und Aufmerksamkeit. An Monika gab es spröde Seiten, an denen wir uns rieben, die Kinder und ich, früher vor allem. Ich denke, dass Monika die Ideale zweier Generationen überspringen musste, um die zu werden, die sie war. Dies Erbe einer »preußischen Erziehung« wurde allerdings schwächer und schwächer und war in den letzten Jahren oft gar nicht mehr sichtbar, höchstens in kleinen Eigenarten.

Monikas Alltag setzte sich oft aus Routinen zusammen, die sie sich mühsam angeeignet hatte und die dann keine Abänderung mehr zuließen. Es war ihre Ordnung.

Viele der Angewohnheiten stammten aus ihren Jahren als alleinstehende Frau. Sie war ja ganz jung, als sie auszog. Sie war stolz auf ihr selbstständiges Leben, suchte aber die Zweisamkeit. Das war wie Stein und Eisen und brachte Funken, wenn die Sphären kollidierten. Ich erinnere mich mit einem mulmigen Gefühl daran, dass ich ganz zu Anfang unserer Liebe auf ihrer Couch saß und Monika meine Sitzhaltung dauernd kritisierte. Das kannte ich nur vom Sportunterricht. Sie hatte da einen Überwurf, und ich musste den immer geradeziehen, wenn ich aufstand. Da war sie sehr eigen, und mich hat das schon verstört, denn »auf Augenhöhe« war das nicht gesprochen. Am Anfang gab es öfter solche Beweise dafür, dass ich in ihr Reich eindrang; sie hat es zuerst sehr beschützt vor dem »Eindringling«. Sicher, ich war ihr Prinz, aber vermutlich zu unordentlich.

Später aber, als sie wusste, dass sie mir in allem vertrauen kann (ich habe auch immer alles wiedergefunden »in meiner Ordnung«), hat sie nie mehr den Versuch unternommen, mich zu korrigieren. So war sie eben auch, sehr lernfähig und nachgiebig, wenn die Liebe alles milderte.

Sowieso, Monika konnte sehr milde sein!

 

Gedenkkerze

Frank Neugebauer

Entzündet am 18.10.2020 um 21:24 Uhr

Der Vogel der Nacht fliegt zu dir hin

Liebe Monika, das Rad der Zeit lässt sich nicht zurückdrehen, aber ich wünsche es mir so sehr...ein Lied von Stephan Remmler, in dem viele Leute leider nur Kitsch oder Albernheit sehen, erfüllt mich mit großer Sehnsucht.

 

"Vogel der Nacht, flieg hinauf bis zum Mond
Schaue von dort, wo die Liebste jetzt wohnt
Flieg zu ihr hin, sag ihr ich bin allein
Sing ihr mein Lied, sag es bricht mir das Herz
Vogel der Nacht, sing von Liebe und Schmerz

Vogel der Nacht, flieg hinauf bis zum Mond
Schaue von dort, wo die Liebste jetzt wohnt
Sing wie noch nie, bring sie zu mir zurück
Vogel der Nacht, sing von Liebe und Glück

Keine Worte sind so wahr wie meine Wünsche
Keine Briefe können sagen, was ich fühl
Deine Lieder sollen sein wie meine Liebe
Vogel der Nacht, du weißt was ich will
Vogel der Nacht, du weißt was ich will

Vogel der Nacht, flieg hinauf bis zum Mond
Schaue von dort, wo die Liebste jetzt wohnt
Sing wie noch nie, bitte bring sie zurück
Vogel der Nacht, sing von Liebe und Glück

Sing von Liebe und Glück

Sing von Liebe und Glück

Sing von Liebe und Glück"

 

Gute Nacht, dein Ehemann in Liebe

Gedenkkerze

Frank Neugebauer

Entzündet am 17.10.2020 um 11:59 Uhr

Dein Lebensherbst - ganz unerfüllt

In der Welt draußen regiert jetzt der Herbst, ganz sonnig und kalt. Deinen Lebensherbst hast du kaum erlebt, standest erst ganz am Anfang deiner dritten Jahreszeit. 60 Jahr', ach, die Kinder "groß", aus ihnen waren fast "Leute" geworden, hattest du erst seit kurzer Zeit wieder mehr Gedanken und Pläne für dich selbst gefasst, vielleicht auch für uns beide (wir waren ein gutes Paar).

Vor dir hat sich, wenn auch in der Ferne, ein vages Panorama ausgebreitet, ein bescheidenes Glück.

Ein Panorama mit mehr Zeit für die Kirche, die Universität, Vorträge, Ausflüge, weniger Arbeit, mehr Bücher, irgendwann einmal auch Enkel.

Das alles hat der Tod dir vorenthalten.

Wie man es dreht und wendet,

es bleibt ein großes Unglück, ein furchtbares Schicksal,

es bleiben Kummer und Jammer.

Ich bedaure sehr, dass es dir so schlecht ergangen ist. Du hast das Leben geliebt.

Auf Wiedersehen, dein Ehemann, deine Kinder

Gedenkkerze

Frank Neugebauer

Entzündet am 15.10.2020 um 21:03 Uhr

"Mit 16, sagte ich still
Ich will
Will groß sein, will siegen
Will froh sein, nie lügen
Mit 16, sagte ich still
Ich will
Will alles oder nichts

Für mich soll's rote Rosen regnen
Mir sollten sämtliche Wunder begegnen
Die Welt sollte sich umgestalten
Und ihre Sorgen für sich behalten

Und später, sagte ich noch
Ich möcht verstehen,viel sehen, erfahren, bewahren
Und später, sagte ich noch: Ich möcht
Nicht allein sein und doch frei sein

Für mich soll's rote Rosen regnen
Mir sollten sämtliche Wunder begegnen
Das Glück sollte sich sanft verhalten
Es soll mein Schicksal mit Liebe verwalten

Und heute, sage ich still
Ich sollt
Mich fügen, begnügnen
Ich kann mich nicht fügen
Kann mich nicht begnügnen
Will immer noch siegen
Will alles, oder nichts

Für mich soll's rote Rosen regnen
Mir sollten ganz neue Wunder begegnen
Mich fern vom alten neu entfalten, von dem, was erwartet, das meiste halten
Ich will, ich will"

Gedenkkerze

Gabi

Entzündet am 15.10.2020 um 10:03 Uhr
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