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Kondolenz
Kondolenz
12.01.2010 um 09:36 Uhr von Wiard FischerTrauerfall
12.01.2010 um 09:31 UhrOLDENBURG - Sicher eine optische Täuschung, doch der Blick, den Horst Janssen von dem ins Riesenhafte hochgezogenen Foto auf die Gesellschaft im Museum wirft, sieht melancholisch aus. In der Tat wird der 80. Geburtstag des 1995 gestorbenen Künstlers an diesem Sonnabend von einem traurigen Ereignis überschattet: Ganz unerwartet ist der Oldenburger Sammler und langjährige Freund von Janssen, Erich Meyer-Schomann, im Alter von 68 Jahren gestorben.
„EMS – das ist Oldenburg“ Der ehemalige Amtsrichter starb in der Nacht von Freitag auf Sonnabend bei einem Aufenthalt in Kiel, wie es am Dienstag beim traditionellen Mittagstreffen der Stifter und Sponsoren im Janssen-Museum hieß. Zu diesem Treffen waren auch Janssens Tochter Lamme, seine frühere Frau Verena und Weggefährten wie der Verleger Dierk Lemcke vom Hamburger Verlag St. Gertrude gekommen. Mit einer Schweigeminute wurde des Verstorbenen gedacht.
Erich Meyer-Schomann, sagte Dr. Dr. Ummo Francksen in seinem Nachruf, sei ein „geradliniger Mann“ gewesen, „präsent kraft seiner Ausstrahlung“. Und er war eine „Schlüsselfigur“ in der Verbindung zwischen Horst Janssen und Oldenburg: Mit der ersten Ausstellung Janssens in der Stadt – eine von Meyer-Schomann 1978 im Stadtmuseum organisierten Präsentation der Plakate – habe der Grafiker heimgefunden. Er kehrte, wenn auch nur sporadisch, zurück in eine Stadt, in der er „elf Jahre lang die glücklichste Kindheit lebte“, wie er es einmal formulierte.
„EMS – das ist Oldenburg“, hatte Janssen unter das Porträt seines Freundes geschrieben. Die Initiative ging zunächst vom Richter aus. Dessen Bruder war gemeinsam mit Janssen in der Nationalsozialistischen Erziehungsanstalt in Haselünne gewesen. Meyer-Schomann sah die Bilder, war fasziniert und klingelte 1966 an der Tür des egozentrischen Künstlers in Hamburg. Janssen dachte, es sei der Postbote, und öffnete.
Große Privatsammlung
Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, die über rund drei Jahrzehnte dauerte: Etliche Hundert Mal fuhr der Richter zu Janssen nach Hamburg. Erich Meyer-Schomann und seine Frau Helga wurden intensive Sammler. Eine Ausstellung im Janssen-Museum (2008) präsentierte diese umfangreiche Privatsammlung und dokumentierte nach den Worten von Francksen „die erlebte und erlittene Freundschaft“. Meyer-Schomann selbst muss sie jedoch eher als Bereicherung empfunden haben. In Abwandlung des Lichtenberg-Zitates, das auf Janssens Grabstein in Oldenburg steht, sagte er: „Glücklich kann sich der schätzen, dem der Zufall vergönnte, einen Menschen von Talent ein Stück seines Weges begleiten zu dürfen“.