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Über den Trauerfall (1)
Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Ernst Cordes, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.
„Viele Verdienste um das öffentliche Wohl erworben“
25.01.2010 um 16:10 UhrBAD ZWISCHENAHN/OFEN - Mit einer Schweigeminute gedachte der Zwischenahner Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung eines ehemaligen Ratskollegens, der am 2. November nach kurzer Krankheit gestorben ist: Ernst Cordes (88).
Mit Ernst Cordes ist ein schillerndes kommunalpolitisches Urgestein von der Lebensbühne abgetreten. Nach Berufsausbildung, Krieg und Gefangenschaft ergriff der in Kayhausen geborene Cordes die Selbstständigkeit: Er betrieb in Ohrwegerfeld eine Hühnerfarm und betätigte sich „nebenbei“ mit seinem Lkw als Spediteur: Während er in den frühen Morgenstunden Milch der Molkerei Zwischenahn an Schulen und Läden auslieferte, sammelte er tagsüber bei Bauern und Hühnerhaltern in der Gemeinde für die Molkerei Eier ein.
Später war er fast 20 Jahre als Angestellter im Amt für Agrarstruktur in Oldenburg beschäftigt. Und zu einem Berufsleben gehört auch, dass er insgesamt länger als ein Jahrzehnt für die NWZ als Zusteller in verschiedenen Bezirken in Rostrup und Ofen tätig war.
Cordes war 41 Jahre alt, als er 1962 Mitglied der SPD wurde. 1964 kandidierte er erstmals für den Zwischenahner Gemeinderat – und gehörte dem Kommunalparlament seitdem ununterbrochen sechs Wahlperioden bis 1991 an, bis 1988 für die SPD, danach nahm er sein Mandat als unabhängiges Ratsmitglied wahr.
Von 1968 bis 1991 gehörte er auch dem Ammerländer Kreistag an. Cordes krönte seine politische Laufbahn, als er von 1970 bis 1974 als Landtagsabgeordneter für die Sozialdemokraten in Hannover Politik machte.
Cordes war Mitbegründer von Schützen- und Ortsverein in Ohrwege, hob 1983 den Radsportverein „Flott weg“ aus der Taufe und war auch in anderen Vereinen und Verbänden ehrenamtlich aktiv. Als langjähriger Vorsitzender und Ehrenvorsitzender der Radsportfreunde war ihm die Partnerschaft zu den Radsportlern im belgischen Izegem ein besonderes Anliegen.
„Wir haben jemanden verloren, der sich viele Verdienste um das öffentliche Wohl erworben hat“, fasste Ex-Landwirtschaftsminister Karl-Heinz Funcke in seiner Trauerrede zusammen. Die Trauerfeier hat im engsten Familienkreis stattgefunden.