Fred Memenga

Fred Memenga

* in Nordenham
† 15.02.2021 in Nordenham
Erstellt von NWZ Online
Angelegt am 18.02.2021
298 Besuche

Neueste Einträge (6)

Nordwest-Zeitung

vom 20.02.2021

Gedenkkerze

Wolfgang Bonk

Entzündet am 19.02.2021 um 10:32 Uhr

nichts stirbt, alles verwandelt sich (goethe)

Nordwest-Zeitung

vom 19.02.2021

Ein Leben für die Tafel

18.02.2021 um 08:05 Uhr von NWZ

von Jens Milde

NORDENHAM Sein Markenzeichen war die Fliege und seine Lebensaufgabe der Einsatz für Menschen, die am Rande der Gesellschaft stehen: Fred Memenga. Sein Name ist eng verknüpft mit der Nordenhamer Tafel. Er hat sie ins Leben gerufen, er hat bis zum Schluss unermüdlich Spenden für die Einrichtung gesammelt. Fred Memenga ist am Montag im Alter von 83 Jahren gestorben. Sein Tod hat in ganz Nordenham tiefe Trauer ausgelöst.

Mit Leib und Seele

Fred Memenga hat sich selbst immer als Nordenhamer mit Leib und Seele bezeichnet. Nach der Schulzeit lernte er Maschinenschlosser und Lokomotivführer im Midgard-Hafen. 1962 bestand er im Alter von 23 Jahren seine Meisterprüfung und wechselte kurz darauf zu Felten & Guilleaume. Dort übernahm er die Leitung der Lehrwerkstatt. Die Arbeit mit jungen Menschen hat dem Vater zweier Töchter immer viel Freude gemacht. 1995 ging Fred Memenga in den Ruhestand.

Von seinem Vater hat Fred Memenga gelernt, nicht wegzuschauen, wenn Menschen in Not geraten. Das hat er sich zu Herzen genommen, als in den Achtzigerjahren die Arbeitslosigkeit in Nordenham bis auf 18 Prozent stieg. Weil das Guano-Werk, der Dockbauplatz der Gutehoffnungshütte und die Kamerafabrik Vredeborch in die Knie gingen, verloren viele Nordenhamer ihren Job.

Gemeinsam mit der Stadt gründete die evangelische Kirchengemeinde Nordenham 1985 das Arbeitslosenzentrum an der Viktoriastraße. Fred Memenga war die treibende Kraft bei dem Vorhaben. Er wurde zum Vorsitzenden des Trägervereins gewählt und gab diesen Posten erst im vergangenen Jahr ab. Bis zuletzt war Fred Memenga zudem Vorsitzender der Bürgerstiftung. Ihr gehört das Gebäude, in dem das Arbeitslosenzentrum und die Tafel untergebracht sind.

Die Tafel gründete Fred Memenga 2004. Vorausgegangen war ein persönliches Erlebnis. Der Mann mit der Fliege hatte gesehen, wie Menschen im Abfallcontainer eines Einkaufsmarktes in Atens nach Lebensmitteln suchten. Für Fred Memenga war in diesem Moment klar, dass Nordenham eine Tafel braucht.

Spenden gesammelt

Fred Memenga hat diese Einrichtung nicht nur ins Leben gerufen. Er hat bis zuletzt Spenden für die Tafel gesammelt. Unter anderem hat er Vorträge gehalten und die Einnahmen daraus in die Tafel gesteckt. Seit der Gründung im Jahr 2004 hat sich die Einrichtung immer weiter entwickelt. Neben der Ausgabestelle in Nordenham gibt es weitere in Rodenkirchen, Brake und Burhave. Heute versorgt die Tafel rund 2000 Menschen in der ganzen Wesermarsch.

Neben der Tafel hat er sich im Kirchenrat der evangelischen Gemeinde Nordenham und im Beirat des Seniorenzentrums To Huus achtern Diek in Blexen engagiert. Bei all seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten hat ihm seine Frau Renate, genannt Nadja, immer den Rücken frei gehalten.

Für sein Engagement hat Fred Memenga das Bundesverdienstkreuz am Bande bekommen. Außerdem hat ihn die Nordwest-Zeitung 2015 in ihrer Ehrenamtsaktion als „Mensch des Jahres“ ausgezeichnet.

Gedenkkerze

nordwest-trauer.de

Entzündet am 18.02.2021 um 08:03 Uhr
Weitere laden...