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Wilhelm Janßen

* 02.10.1933
† 04.04.2017
Erstellt von NWZ Online
Angelegt am 07.04.2017
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Über den Trauerfall (1)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Wilhelm Janßen, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

Trauer um Prof. Dr. Wilhelm Janßen

07.04.2017 um 14:31 Uhr von NWZ

 

Er hat Varels Baugeschichte aufgearbeitet und einem breiten Kreis von Interessierten zugänglich gemacht. Der verdiente Architekt und Regionalforscher starb im Alter von 83 Jahren.

Das Vareler Schloss, der Vareler Hafen, Varels historische Gaststätten, der Schlossplatz, Varels Zinngießer – es gibt kaum ein Thema aus der Vareler Historie, über das Prof. Dr. Wilhelm Janßen nicht geforscht und geschrieben hat. Seine Expertise wird nun fehlen. Janßen starb am Dienstag, 4. April, im Alter von 83 Jahren.

Der Architekt (Dipl. Ing., TH Braunschweig) und Bauhistoriker lehrte bis zu seinem Ruhestand 1997 an der Fachhochschule Oldenburg (Baukonstruktion, Entwerfen, Industriebau, Baugeschichte und alte Bautechnik). Bis zum Sommersemester 2000 hatte er einen Lehrauftrag in alten Bautechniken und Bauaufnahme.

Seine Passion galt der Regionalgeschichte. Durch seine Beschäftigung mit der Vareler Geschichte entstanden im Laufe der Jahre zahlreiche Bücher. Seine Veröffentlichungen im Oldenburger Isensee-Verlag zählen zu den besten Büchern zur Vareler Geschichte. Zu nennen ist zuerst „Bauten in Varel aus acht Jahrhunderten“, in dem er die Geschichte von ausgewählten historischen Gebäuden und Baudenkmalen auflistete, außerdem Varels städtebauliche Entwicklungsgeschichte. Beide zählen auch nach vier Jahrzehnten noch zu den wichtigsten Veröffentlichungen zur Stadtgeschichte. Es gibt keine Stadt vergleichbarer Größe, deren räumliche und architektonische Entwicklung so gut dokumentiert ist, wie die von Varel – dank Professor Wilhelm Janßen.

Janßen war auch ein gefragter Referent. Gerne kam er den Einladungen des Heimatvereins zu Vorträgen nach. Und die heimatinteressierten Vareler wussten Janßens kenntnisreiche und amüsanten Vorträge zu schätzen. Janßen war es auch, der 2006 den Festvortrag zur Erinnerung an die Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1856 hielt.

Janßen beschäftigte sich dankenswerterweise auch mit Randthemen der Stadtgeschichte: Etwa erschloss er die Geschichte der Gaststätten, die Geschichte zahlreicher Vareler Traditionsunternehmen dokumentierte er in einem weiteren Buch. Auch beschäftigte sich Janßen mit den Zinngießern, die sich in Varel rund um den Neumarktplatz niedergelassen hatten und das Handwerk der Grafenzeit bestimmten. „Wir sind alle sehr betroffen“, sagte Heimatvereinsvorsitzender Hans-Georg Buchtmann über den Tod des Weggefährten.

Janßen wurde am 2. Oktober 1933 in Varel geboren. Sein Vater war Schneidermeister. Das elterliche Gebäude in der Langen Straße (gegenüber der Gärtnerei Lameyer) steht noch.

 

Janßen hinterlässt Ehefrau Marianne und zwei Söhne, Claas und Dr. Jens Janßen. Familie und Freunde nehmen Abschied von Wilhelm Janßen am Dienstag, 11. April 2017 (Auferstehungskirche, 11.30 Uhr).