Wilhelm (Willi) Egenhoff

Wilhelm (Willi) Egenhoff

* 25.07.1929
† 20.04.2020
Erstellt von NWZ Trauer
Angelegt am 23.04.2020
1.051 Besuche

Neueste Einträge (6)

Gedenkkerze

S.B.

Entzündet am 04.05.2020 um 21:51 Uhr

Ein freundlicher Mensch...

Trauer um Rutteler Müllermeister Willi Egenhoff

25.04.2020 um 15:04 Uhr von NWZ

 

Im Alter von 90 Jahren ist Wilhelm (Willi) Egenhoff am Montag gestorben. Erst kürzlich ist seine Frau Angela verstorben. Willi Egenhoff war nicht nur Müllermeister der Rutteler Mühle in Zetel, sondern auch Maler und Musiker.

Zusammen mit seinem Sohn Peter, der den Betrieb übernommen hat, bewirtschaftete Willi Egenhoff die Rutteler Mühle. Er war harte Arbeit gewohnt – Säcke schleppen, alles reparieren, was kaputt geht, meterlange Baumstämme in seinem Sägewerk sägen. Und gleichzeitig hatte Willi Egenhoff so viel Gefühl in den Fingerspitzen und Ideen im Kopf, dass er unzählige Bilder gemalt hat, die nicht nur in der Rutteler Mühle, sondern auch in Museen zu finden sind.

Trotz der vielen Arbeit in der Mühle ließ ihn sein Drang zum Malen und Musizieren niemals los. 1947 hatte er begonnen, für Gastwirtschaften Speisekarten und Plakate zu malen. Von dem Geld kaufte er damals seine erste Trompete. Das Spielen brachte er sich selbst bei. Mit seinem Nachbarn Werner Egidius begann er bald, auf Hochzeiten und Vereinsbällen zu spielen. Später war er Mitglied der Musikvereinigung Varel, des Spielmannszugs Neuenburg, der
Jade-Musikanten und zuletzt des Posaunenchors Zetel-Neuenburg.

In den 50er Jahren begann er mit der Bühnenmalerei beim Niederdeutschen Theater Neuenburg. Seit 1954 hat Willi Egenhoff für das Niederdeutsche Theater 90 Bühnenbilder gemalt. In den 70er Jahren bekam er in ganz Norddeutschland jede Menge Aufträge, Gaststätten und Säle mit Wandgemälden zu gestalten. Willi Egenhoffs Wandmalereien sind heute noch in vielen Gaststätten zu sehen, unter anderem im großen Saal des Neuenburger Hofs. Er hat unzählige Orte und Menschen gemalt, unzählige Miniaturmühlen gebaut und Instrumente gespielt.

Seine größte Leidenschaft war das Müllerhandwerk. Angefangen hatte alles in der ersten Zwillingsmühle von Greetsiel, in der er geboren wurde. Sein Vater Peter hatte die Mühle gepachtet, wenig später kaufte die Familie die Rutteler Mühle. Als Willi Egenhoff 16 Jahre alt war, musste er zum Volkssturm, dem letzten Aufbäumen des Nazi-Regimes vor dem Ende des Krieges. Sein Vater hatte sich schließlich mit anderen Vätern zusammengetan und ihn da rausgeholt. Kurz darauf begann Willi Egenhoffs Müller-Lehre im elterlichen Betrieb.

In der Rutteler Mühle ist Willi Egenhoff aufgewachsen, als Kind hat er dort Bilder mit Stöckern in den Sand gemalt, und dort lebte er bis zu seinem Tod.

Nordwest-Zeitung

vom 25.04.2020

Gedenkkerze

NWZTrauer.de

Entzündet am 23.04.2020 um 08:55 Uhr

Nordwest-Zeitung

vom 23.04.2020
Weitere laden...