Franz Große Scharmann

Franz Große Scharmann

* 25.01.1929
† 22.01.2021 in Hude
Erstellt von Nordwest Trauer
Angelegt am 26.01.2021
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Über den Trauerfall (2)

Hier finden Sie ganz besondere Erinnerungen an Franz Große Scharmann, wie z.B. Bilder von schönen Momenten, die Trauerrede oder die Lebensgeschichte.

27.01.2021 um 16:09 Uhr von NWZ
Foto 1 für Franz Große Scharmann

Huder trauern um Dr. Franz Große Scharmann

27.01.2021 um 16:08 Uhr von NWZ

Langjähriger Leiter der Amazonenwerke engagierte sich auch in vielen Ehrenämtern

von KLAUS DERKE

HUDE Über Jahrzehnte hat er die Entwicklung der Gemeinde Hude mit geprägt, nicht nur in seiner 33-jährigen Tätigkeit als Werksleiter der Huder Amazonen-Werke, sondern auch in vielen Ehrenämtern: Dr. Franz Große Scharmann aus Hude starb am 22. Januar, kurz vor Vollendung seines 92. Lebensjahres.

In den Jahren 1961 bis 1994 habe Dr. Große Scharmann die Grundlagen dafür geschaffen, dass sich das Amazonen-Werk in Hude so gut entwickeln konnte. Unter seiner Regie sei das Werk zum größten Arbeitgeber in der Gemeinde Hude und zu einem der führenden Hersteller in der Sätechnik geworden, heißt es in einem Nachruf der Firma Amazone.

Als Dr. Große Scharmann im Jahr 1961 die Werksleitung übernahm waren es 50 Mitarbeiter, als er 1994 in den Ruhestand ging, waren es bereits um die 500 Menschen, die für die Amazonen-Werke in Hude arbeiteten. Scharmann gestaltete den rasanten Umbruch in der Landmaschinentechnik über mehr als drei Jahrzehnte mit.

Praktiker und Ingenieur

Scharmann war in der Landwirtschaft im westfälischen Münsterland groß geworden, absolvierte sein Maschinenbaustudium in Karlsruhe und promovierte als Assistent am Institut für Landtechnik der Technischen Hochschule in München. Diese Kombination aus Praxis und Ingenieurwissen befähigte ihn, die Huder Produkte weiterzuentwickeln und gleichzeitig mit innovativen Ideen neue Wege zu beschreiten, die der Landwirtschaft bedeutende Rationalisierungen brachten, erinnert der heutige Amazone-Personalleiter in Hude, Horst Tschörtner, an Dr. Scharmanns Wirken. „Technische Verbesserungen bestimmten immer seine Arbeit, gepaart mit unermüdlichem Einsatz für das Werk Hude. Sein besonderer Ehrgeiz trieb ihn stets zu weiteren Erfolgen“, heißt es in einem Nachruf.

Auch im Bereich der Mitarbeiterführung sei es Dr. Scharmann gelungen, in Hude eine leistungsfähige Mannschaft aufzustellen, mit der er so erfolgreich arbeiten konnte. „Noch heute arbeiten Mitarbeiter in Hude, die sich mit Hilfe seiner Förderung (und Forderung) entwickeln konnten“, sagt Tschörtner.

Bis zuletzt hatte Franz Große Scharmann großes Interesse an der Entwicklung „seines“ Amazonen-Werkes in Hude gezeigt. „Es gab viele Besuche im Werk, und er wurde noch lange um Rat gefragt. Gerne denken wir an die Zeit mit ihm zurück und sind froh ihn gekannt und erlebt zu haben“, heißt es in dem Nachruf.

Vielfältiges Engagement

Franz Scharmanns ehrenamtliches Engagement in der Gemeinde Hude war sehr vielfältig. So trauert unter anderem der Gewerbe- und Verkehrsverein Hude um seinen Ehrenvorsitzenden, der seit Beginn der 80er Jahre maßgeblich viele Projekte anschob, wie die Weihnachtsbeleuchtung, das Frühlingsfest, das Bürgerfest oder auch den Bürgerbrief. Auch der Kunde-König-Kreis, der Kulturkreis und der Arbeitskreis Fremdenverkehr wurden während seiner Zeit als Vorsitzender ins Leben gerufen. Ziel war es immer, die Attraktivität Hudes zu steigern.

Franz Große Scharmann habe das Miteinander der Bürger immer sehr am Herzen gelegen, heißt es im Nachruf des Gewerbe- und Verkehrsvereins. Scharmanns Einsatz für das Gemeinwohl wurde 1986 mit dem Wappenteller der Gemeinde Hude gewürdigt. Scharmann arbeitete im Vorstand der Industrie- und Handelskammer mit. Er war Initiator der Gründung des Huder Tennisvereins im Jahr 1980. Auch wurde er als Förderer der ersten Stunde 1988 vom Deutschen Roten Kreuz mit der goldenen Ehrennadel des Kreisverbandes ausgezeichnet. Dem Lions Club Oldenburger Geest gehörte er seit seiner Gründung an.